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Unterschiedliche Entwicklungen beim Studium ohne Abitur in den Bundesländern

Die quantitative Entwicklung beim Studium ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (HZB) verläuft in den 16 Bundesländern traditionell sehr unterschiedlich. Das trifft auch für das aktuelle Berichtsjahr 2024 zu, und zwar sowohl bezogen auf die Zahlen der Studienanfänger*innenund Studierenden als auch bezogen auf die Zahlen der Hochschulabsolvent*innen. Die nachfolgende interaktive Grafik gibt gemeinsam mit dem anschließenden Text erläuternde Informationen und bietet zudem Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Bundesländern. Unter „Personengruppe“ haben Sie die Möglichkeit, zwischen Studienanfänger*innen, Studierenden und Absolvent*innen ohne (Fach-)Abitur zu wählen. Daneben kann unter „Darstellungsform“ gewählt werden, ob die prozentualen Anteile oder die absoluten Zahlen angezeigt werden sollen. Darüber hinaus lassen sich die Werte per Mausklick auf die Spaltenüberschrift auf- oder absteigend sortieren.

Bremen ist bei den Studienanfänger*innen im Ländervergleich Spitzenreiter

Zu den drei Bundesländern mit den höchsten Anteilen an Studienanfängerinnen ohne (Fach-)Abitur im Jahr 2024 zählen Bremen (5,8 %), Thüringen (5,0 %) und Hamburg (4,5 %). In Bremen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (plus 2,1 Prozentpunkte), der überwiegend auf steigende Erstsemesterzahlen an der APOLLON Hochschule für Gesundheitswissenschaften zurückzuführen ist. In Thüringen hingegen ist der Anteil erneut gesunken (minus 1,5 Prozentpunkte). Hauptursache hierfür ist die Entwicklung an der IU Internationale Hochschule, die seit mehreren Jahren einen deutlichen Rückgang verzeichnet: Während dort im Jahr 2021 noch insgesamt 3.886 Studienanfängerinnen ohne (Fach-)Abitur immatrikuliert waren, lag ihre Zahl 2024 nur noch bei 816. In Hamburg ist die Quote gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gestiegen, dennoch rückt die Hansestadt im Ländervergleich auf den dritten Rang.

Es folgt Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 3,8 Prozent auf Platz vier. Hessen belegt mit 3,2 Prozent Rang fünf, Nordrhein-Westfalen folgt mit einem Anteil von 2,9 % auf dem sechsten Platz. In absoluten Zahlen liegt Nordrhein-Westfalen mit 3.044 Studienanfängerinnen ohne (Fach-)Abitur weiterhin an der Spitze aller Bundesländer. Berlin erreicht einen Anteil von 2,7 Prozent. Damit liegen alle bislang genannten Bundesländer über dem Bundesdurchschnitt von ebenfalls 2,7 Prozent. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (2,4 %) und das Saarland (2,3 %). Bayern belegt mit 2,2 Prozent Rang zehn, gefolgt von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, die mit jeweils 2 Prozent den elften Platz teilen. Baden-Württemberg verharrt bei einem Anteil von 1,8 Prozent, während Brandenburg einen Anstieg auf ebenfalls 1,8 Prozent verzeichnet; beide Bundesländer belegen damit gemeinsam Rang zwölf. Die Schlusslichter bilden im Jahr 2024 Sachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 1,7 Prozent.

Thüringen deutlich vor allen anderen Bundesländern

Wie bereits im Vorjahr belegt Thüringen auch 2024 den ersten Platz. Der Anteil der Studierenden ohne (Fach-)Abitur an allen Studierenden liegt dort bei 8,6 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Gleichzeitig erreicht die absolute Zahl mit insgesamt 13.167 Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung einen neuen Höchststand. Diese Entwicklung ist – wie bereits dargestellt – maßgeblich auf die Verlegung des Hauptstandorts der IU Internationalen Hochschule von Nordrhein-Westfalen nach Thüringen zurückzuführen. Hier zeigt sich der bei den Studienanfänger*innen zu beobachtende Abwärtstrend noch nicht. Auf dem zweiten Platz folgt nun das Bundesland Bremen mit einem Anteil von 4,1 Prozent, welches Hamburg ablöst. Hamburg rückt mit einem gesunkenen Anteil von 3,8 Prozent auf den dritten Platz.

Rheinland-Pfalz bleibt mit einem unveränderten Anteil von 3,1 Prozent auf Rang vier, gefolgt von Hessen, das mit ebenfalls konstanten 2,5 Prozent nun den fünften Platz einnimmt. Sachsen-Anhalt fällt im Jahr 2024 vom fünften auf den sechsten Rang zurück. Der Anteil sinkt leicht auf 2,4 Prozent und entspricht damit exakt dem Bundesdurchschnitt. Alle zuvor genannten Bundesländer liegen über diesem Durchschnitt. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern erreichen jeweils einen Anteil von 2,1 Prozent und belegen gemeinsam Rang sieben. Während Mecklenburg-Vorpommern trotz eines leichten Rückgangs auf diesem Rang verbleibt, verbessert sich Berlin bei gleichbleibendem Anteil von Platz acht auf Platz sieben.

Es folgen Nordrhein-Westfalen und Bayern mit jeweils 2 Prozent. In absoluten Zahlen liegt Nordrhein-Westfalen mit 14.340 Studierenden ohne (Fach-)Abitur weiterhin deutlich vor allen anderen Bundesländern, deren Werte – mit Ausnahme Thüringens – überwiegend im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich liegen. Niedersachsen folgt mit einem unveränderten Anteil von 1,8 Prozent auf dem neunten Rang. Danach schließen sich das Saarland und Baden-Württemberg mit jeweils 1,5 Prozent an. Schleswig-Holstein verbleibt mit konstanten 1,4 Prozent auf Rang zwölf. Die Schlussgruppe bilden Brandenburg und Sachsen mit jeweils 1,2 Prozent.

Top 3 Bundesländer bei den Hochschulabsolvent*innen unverändert

Thüringen führt mit einem Anteil von 5,7 Prozent auch im Jahr 2024 weiterhin die Spitzengruppe der Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur an und behauptet damit seine Position aus dem Vorjahr. Hamburg belegt erneut den zweiten Platz, verzeichnet jedoch einen leichten Rückgang auf 3,2 Prozent. Rheinland-Pfalz folgt wie bereits 2023 mit einem unveränderten Anteil von 3,1 Prozent auf Rang drei.

Auf den vierten Platz rückt Sachsen-Anhalt vor, dessen Anteil auf 3 Prozent gestiegen ist. Damit verbessert sich das Bundesland deutlich gegenüber dem Vorjahr, in dem es noch auf Rang neun lag. Hessen und Bremen schließen sich mit jeweils 2,6 Prozent gemeinsam auf dem fünften Platz an. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil ebenfalls deutlich gestiegen und erreicht im Jahr 2024 2,4 Prozent. Alle bislang genannten Bundesländer liegen damit über dem Bundesdurchschnitt von 2 Prozent. Bayern folgt mit einem unveränderten Anteil von 2,1 Prozent auf Rang sieben, Berlin mit 1,9 Prozent auf Rang acht. Es folgen Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 1,6 Prozent, die gemeinsam Rang neun belegen. In absoluten Zahlen weist Nordrhein-Westfalen mit 1.753 Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur die höchste Zahl auf. Den zehnten Rang teilen sich das Saarland, Sachsen und Baden-Württemberg mit jeweils 1,3 Prozent. Schleswig-Holstein bildet mit einem Anteil von 1,2 Prozent das Schlusslicht.