Medizin- und Pharmaziestudium weiterhin beliebt
Im Jahr 2024 studieren 1.077 Personen ohne (Fach-)Abitur Human- oder Zahnmedizin. Insgesamt ist ihre Zahl seit 2019 weitgehend stabil und liegt seither konstant knapp über der Marke von 1.000 Studierenden. Die Zahl der Absolvent*innen hat sich zwischen 2016 und 2024 mehr als vervierfacht und erreicht mit 151 Hochschulabsolvent*innen ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife einen neuen Spitzenwert. Bei den Studienanfänger*innen ohne (Fach-)Abitur zeigt sich nach einem Spitzenwert im Jahr 2019 ein leichter Rückgang, wobei die Zahlen im Jahr 2024 wieder gestiegen sind. Die insgesamt positive Entwicklung beim Medizinstudium ohne (Fach-)Abitur könnte ein Resultat der verbesserten Zugangsmöglichkeiten für Personen ohne (Fach-)Abitur sein, die im Zuge der Reform der Studienplatzvergabe im Jahr 2020 erreicht wurden.
Trotzdem bleibt ein Medizinstudium ohne (Fach-)Abitur weiterhin ein Ausnahmefall. Der Anteil der Studienanfänger*innen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (HZB) an allen Erstsemestern im Studienfach Humanmedizin inkl. Zahnmedizin lag im Jahr 2024 bei 0,9 Prozent. Bei den Studierenden fällt der Anteil mit 0,8 Prozent etwas niedriger aus, und bei den Hochschulabsolvent*innen liegt er bei 0,7 Prozent.
Das Pharmaziestudium wird nach der Systematik des Statistischen Bundesamtes der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften zugerechnet und dort subsumiert. Diese Fächergruppe wird im Jahr 2024 von insgesamt 2,7 Prozent aller Studienanfänger*innen ohne schulische HZB gewählt. Das sind deutlich weniger als in der Fächergruppe „Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften“. Wird nur der Anteil der Nicht-Abiturient*innen betrachtet, die ein Pharmaziestudium aufnehmen, liegt das Beteiligungsniveau laut den aktuellen Zahlen ähnlich wie in der Human-/Zahnmedizin auf niedrigem Niveau. Aktuell gibt es lediglich 54 Studienanfänger*innen ohne (Fach-)Abitur im Jahr 2024, die bundesweit ein Pharmaziestudium begonnen haben. Das entspricht einem Anteil von rund zwei Prozent an allen Studienanfänger*innen. Bei den Studierenden bewegen sich die Zahlen noch weiter auseinander. Während es im Berichtsjahr 2024 1.077 Medizinstudierende ohne (Fach-)Abitur gibt, sind lediglich 226 Pharmaziestudierende ohne schulische HZB eingeschrieben. Auch bei den Hochschulabsolvent*innen zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier gibt es mehr als sechsmal so viele im Bereich der Humanmedizin inkl. Zahnmedizin wie im Bereich der Pharmazie mit 28 Hochschulabsolvent*innen. Die Anteile der jeweiligen Personengruppen im Fach Pharmazie fallen insgesamt sehr niedrig aus. Am höchsten ist der Anteil bei den Studienanfängerinnen ohne (Fach-)Abitur, wo er bei zwei Prozent liegt. Noch geringer sind die Anteile bei den Studierenden mit 0,7 Prozent sowie bei den Hochschulabsolventinnen mit 0,6 Prozent.